Kurzbeschreibung

„Pressefreiheit ist die Freiheit der zehn reichsten weißen Männer millionenfach ihre Meinung zu verbreiten.“

Mark Twain


Herzlich willkommen bei den
Lokalfilmern!

Neu ist die Möglichkeit, HOTSPOT bei YOUTUBE als Kanal zu abonnieren.

Wir sind eine Arbeitsgemein- schaft von Bürgern aller Altersstufen und aus allen möglichen Berufsgruppen, welche es sich zum Ziel gesetzt hat, durch Bürgerjournalismus das Meinungsmonopol der „etablierten“ Medien zu brechen bzw. das Meinungsspektrum der Öffentlichkeit zu erweitern. Dabei wollen wir Menschen und Themen eine authentische Stimme geben, welche im Diskurs der „Etablierten“ oft zu kurz kommen oder sogar absichtlich – im Sinne von „Meinungsmache“ - falsch dargestellt werden.

Zu diesem Zwecke produzieren wir u. a. das Moderationsmagazin HOTSPOT, welches Sie via Kabel im offenen Kanal Kassel empfangen oder aber hier sehen können.

Wir sind überparteilich – aber immer auf Seiten der Schwachen!

Wir sind regional – aber immer in ganz Deutschland unterwegs auf der Jagd nach guten Geschichten!

Wir sind Ihre Bürgerreporter!

Und nun wünschen wir Ihnen viel Vergnügen mit unserem Programm.



Man kann alle Sendungen ab dem Zeitpunkt der Ausstrahlung im Offenen Kanal Kassel HIER sehen. Selbstverständlich kann man hier alle Interviews in voller Länge (ungeschnitten) sehen.


Kritiken, Anregungen, Geschichten u.s.w. richten Sie bitte an info@lokalfilmer.de.

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Wir suchen noch ehrenamtliche Mitarbeiter für unsere stetig wachsenden Aufgaben im Team, ob für die Arbeit mit der Kamera, am Schnittplatz und/oder im Studio. Die Ausbildung ist jeweils kostenlos. Bei Interesse, melden Sie sich bitte bei info@lokalfilmer.de.
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Macht Schwarz-Gelb krank?:

Bildungsstreik am 09.06.2010:

Hessentag am 03.06.2010:

Unsere dritte Sendung:

Zum Interview mit Dr. Jürgens der Grünen:
Bei der Bürgerschaftswahl 2008 in Hamburg erreichten die Parteien in %: CDU 42,6 SPD 34,1 GAL 9,6 DIE LINKE 6,4. Die FDP schaffte mit 4,8% die 5%-Hürde nicht. Somit wäre eine rot-rot-grüne Regierungsbildung möglich gewesen. Bei den Landtagswahlen 2009 im Saarland erreichten die Parteien in %: CDU 34,5 SPD 24,5 DIE LINKE 21,3 FDP 9,2 Grüne 5,9. Auch hier wäre eine rot-rot-grüne Regierungsbildung möglich gewesen.
Steven Lavan


Aktuell:
DEUTSCHLAND! SCHAFFT!! SICH!!! SELBER!!!! AB!!!! – SO SPRICHT DER HERR – SARAZIN! Kommentar von Karsten F.G. MÜLLER
Eigentlich wollten die Lokalfilmer die neuerlichen Umtriebe des Herrn S. aus B. nicht weiter kommentieren. Wir finden es überaus widerlich, wie die großen Pressehäuser und TV-Sender unter dem Deckmäntelchen der Empörung und dem Vorwand der Berichterstatterpflichten diesem Herrn für seine aus dem vorletzten Jahrhundert stammenden Ansichten zu Erbgut, Rasse, Intelligenz und Armut ein Forum bieten. Würden nämlich diese Kreise diesem Erguss geistiger Onanie, den der Herr S. als Buch zu bezeichnen sich erdreistet, die Aufmerksamkeit zukommen lassen, welche er verdient – nämlich: „Go to Rundablage! Schwachsinn von Psychopathen wird hier nicht diskutiert!“ – dann hätten auch die ganzen Claqueure und Pseudomutigen „Tabubrecher“ von Political Incorrect bis Necla Kelek und Udo Pastörs, welche dem Herrn S. gerade so frenetisch applaudieren, keine Aufmerksamkeit für ihren Schwachsinn! Aber gut – da müssen die Lokalfilmer ja nicht mitmachen, dachten wir. Aber dann fanden wir dies im Geschichtsbuch:
So würde es enden
Und seitdem fragen wir uns: Wie lange lebt der Typ eigentlich schon? Müsste Herr S. nicht längst in Rente? Und wenn nicht – gibt es demnächst einen SarrazinSturm (SS) oder eine NationaleSarrazinAufbauParteiDeutschlands (NSDAP) revisted? Muss ich Oppas Braunhemd aufbügeln? Und vor allen Dingen: Was heisst SPD?:
 
SPD-Basis unterstützt Sarrazin
Sarrazin
(Foto: ddp)
In der SPD gibt es offenbar auch viel Unterstützung für den Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin und seine umstrittenen Thesen zu Muslimen in Deutschland. An der SPD-Basis herrscht auch Unmut über den geplanten Parteiausschluss des ehemaligen Berliner Finanzsenators, berichtet die "Berliner Zeitung".

Beim SPD-Parteivorstand sind nach Informationen des Blatts in den vergangenen Tagen 2.000 E-Mails eingegangen. Rund 90 Prozent der Absender äußerten sich zustimmend zu Sarrazins Thesen.
(Quelle: dpa, ap)

So viele Fragen. Ganz allein damit:
Ihre Lokalfilmer.
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„Langfristig wird die Arbeit verschwinden“

US-Ökonom Jeremy Rifkin: Deutschland führt Scheindiskussion

Es gibt kein größeres Problem in Deutschland und Europa als die Massenarbeitslosigkeit. Politiker aller Parteien versprechen Abhilfe, doch die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung nimmt seit Jahren immer nur zu. Wo soll das enden? Der US-Professor Jeremy Rifkin befasst sich seit Jahrzehnten mit dieser Frage und ist gesuchter Ratgeber von Regierungen und Konzernen. Sönke Iwersen fragte ihn nach der Zukunft der Arbeit.

Herr Rifkin, eines Ihrer Bücher heißt: „Das Ende der Arbeit“. Das meinen Sie doch nicht wörtlich, oder?

Allerdings meinte ich das wörtlich. Als ich dieses Buch 1995 schrieb, waren weltweit 800 Millionen Menschen arbeitslos oder unterbeschäftigt. 2001 waren es schon mehr als eine Milliarde. Die Entwicklung ist eindeutig.

Aber es gibt doch Gewinner. In Europa gilt England als Vorbild. China wächst in irrem Tempo. Und in Ihrem Land läuft es auch gut. Die amerikanische Arbeitslosenquote ist doch traumhaft niedrig.

Das können Sie alles vergessen. Unsere Quote ist niedriger als Ihre, das stimmt. Aber zu welchem Preis? Das schmutzige Geheimnis hinter dem US-Wirtschaftsboom in den 90er Jahren ist die wahnsinnige Verschuldung der privaten Haushalte. Die Verbraucherkredite haben jedes Jahr um neun Prozent zugenommen. Die Mehrzahl der Amerikaner hat heute nicht mal 1000 Dollar an Rücklagen. 2005 wird die Zahl der Privatinsolvenzen die Zahl der Ehescheidungen übertreffen.

Wenn die USA nicht als Vorbild taugen, dann aber England? Dort gibt es so wenig Arbeitslose wie seit 30 Jahren nicht mehr.


England ist dasselbe in grün. Der durchschnittliche Engländer gibt heute 120 bis 130 Prozent seines Jahreseinkommens aus. Das ist Wirtschaftswachstum per Kreditkarte.

Bleibt China. Keine Wirtschaft wächst so stark wie die der Chinesen.

China ist faszinierend, ja. Aber schauen Sie mal genau hin. In den letzten sieben Jahren sind 15 Prozent aller chinesischen Jobs verschwunden. Auch der chinesische Boom kann an der Wahrheit nichts ändern.

Welche Wahrheit meinen Sie?

Die Wahrheit über die Unumkehrbarkeit dieser Entwicklung. Langfristig wird die Arbeit verschwinden.


Warum?

Schauen Sie in die Vergangenheit. Zehntausend Jahre haben sich Menschen andere Menschen als Sklaven gehalten. Nun reden wir uns gern ein, dass die Sklaverei abgeschafft wurde, weil wir so human geworden sind. Aber die Wahrheit ist: Durch die industrielle Revolution ist die Sklaverei überflüssig geworden. Ab einem bestimmten Zeitpunkt war es billiger, den Ofen eines Kohleofens zu füllen, als den Mund eines Sklaven.

Und da sehen Sie Parallelen zu heute?

Wir sind mitten in einer Umwälzung, die die industrielle Revolution noch übertrifft. Durch die ersten Mechanisierungsschübe verloren Millionen von Menschen ihre Jobs und wanderten vom Land in die Städte, um dort mit den Maschinen zusammen zu arbeiten. Aber die Computer und Informationstechnik von heute machen immer mehr Menschen ganz überflüssig. Selbst die billigste menschliche Arbeitskraft ist teurer als die Maschine.

Aber entstehen durch die neue Technik nicht auch neue Arbeitsplätze?

Das ist die Hoffnung, an die wir uns seit Jahrzehnten geklammert haben. Die kapitalistische Logik sagt, dass technologischer Fortschritt und gesteigerte Produktivität alte Jobs vernichtet, dafür aber mindestens genauso viele schaffen. Aber die Zeiten sind vorbei.

Sind Sie da sicher?

Ganz sicher. Sehen Sie, ich verdiene einen Teil meines Einkommens damit, die Chefs großer Konzerne zu beraten. Wenn ich die frage, ob sie in Zukunft noch Zehntausende von Mitarbeiter haben werden, dann lachen die laut los. Die Wirtschaftsführer wissen längst, wo die Reise hingeht.

Wohin geht sie denn?

Wir vollziehen gerade einen Wandel hin zu einem Markt, der zum allergrößten Teil ohne menschliche Arbeitskraft funktioniert. Bis 2010 werden nur noch zwölf Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Fabriken gebraucht. Bis 2020 werden es weltweit nur noch zwei Prozent sein.

Das klingt unglaublich.

Nicht unglaublicher, als was wir schon erlebt haben. Von 1982 bis 2002 stieg die amerikanische Stahlproduktion von 75 auf 102 Millionen Tonnen. Im selben Zeitraum nahm die Zahl der Stahlarbeiter von 289.000 auf 74.000 ab. In den 20 größten Volkswirtschaften der Erde sind zwischen 1995 und 2002 mehr als 30 Millionen Arbeitsplätze abgebaut worden. Wohin sie schauen, dasselbe Bild: Die Produktion steigt, die Produktivität steigt, aber die Arbeitsplätze nehmen ab.

Aber was ist mit Service, mit Dienstleistungen, mit hochqualifizierten Jobs?

Die haben längst dasselbe Problem. Die amerikanische Telefongesellschaft Sprint ist seit Jahren dabei, menschliche Vermittler durch Spracherkennungsprogramme zu ersetzen. 2002 sprang die Produktivitätsrate bei Sprint um 15 Prozent nach oben, der Gewinn stieg um 4,3 Prozent, und 11.500 Jobs wurden abgebaut. Die Net-Bank in Australien hat 2,4 Milliarden Dollar Einlagen. Eine herkömmliche Bank dieser Größe hätte um die 2000 Angestellte. Aber die Net-Bank benötigt nur 180 Mitarbeiter.

Wie kann so etwas funktionieren?

Dank Internet, Satellitentechnik und Breitbandleitungen kann die Information heute praktisch mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus rasen. Es gibt da eine nette Formulierung von Paul Saffo vom Institute für die Zukunft in Kalifornien. Er sagt, dass sich das Geschäft in den 80ern darum drehte, dass Menschen mit Menschen reden.

Jetzt geht es um Maschinen, die mit Maschinen reden. Der Mensch wird überflüssig.


Sie beraten doch Regierungen. Was sagen Politiker eigentlich, wenn Sie denen von Ihren Thesen erzählen?

Mit den Politikern ist das so eine Sache. Im Jahr 2000 haben sie die Europäischen Regierungschef getroffen und beschlossen, Europa bis 2010 zum leistungsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Und was ist geschehen?  Nicht viel.

Und das liegt daran, dass die Politiker ihnen nicht zugehört haben?

Es liegt daran, dass viele Politiker Europa lieber als Sündenbock missbrauchen, anstatt sich dem Grundproblem zu stellen: Die Arbeit verschwindet. Das will kein Politiker seinen Wählern erzählen. Statt dessen betet man immer wieder dieselben drei Pseudotheorien herunter.

Drei Pseudotheorien?

Immer dieselben drei, ja. Erstens: Wir verlieren in unserem Land Jobs, weil die bösen Unternehmer Stellen ins Ausland verlagern. Zweitens: Wir haben genug Jobs, die Leute sind nur nicht richtig ausgebildet. Und drittens: Wir haben zu wenig Jobs, weil die Sozialabgaben zu teuer sind. Alle drei Argumente sind absurd.

Wissen Sie, dass genau diese Argumente gerade in Deutschland diskutiert werden?

Natürlich weiß ich das. Ihre Regierung hat mich ja gerade erst wieder zu einem Vortrag eingeladen. Aber der Reihe nach. Erstens: Die Zahl der Jobs die in Deutschland verschwinden weil sie zum Beispiel nach Osteuropa oder China verlagert wird, ist verschwindend gering. Sie macht gerade mal ein Prozent der abgebauten Stellen aus. Der wirkliche Jobkiller ist der technologische Fortschritt. Aber davon hören Sie von den Politikern kein Wort. Maschinen machen sich als Buhmann eben schlechter als Chinesen oder Polen.

Was ist das zweite Pseudoargument?

Das ist auch so eins für die Wahlreden: Wir müssen die Leute nur richtig ausbilden oder weiterbilden und schon ist das Beschäftigungsproblem gelöst. Nehmen wir mal an, man könnte tatsächlich alle fünf Millionen Arbeitslosen in Deutschland so fortbilden, wie sich die Politiker das vorstellen. Was wäre denn dann? Es gebe immer noch nicht genug Jobs. Die Zeiten der Massenarbeit ist vorbei. Wir werden nie wieder Tausende von Leuten sehen, die aus den Fabriktoren strömen. In Zukunft wird Arbeit etwas für die Eliten sein. Für besondere Aufgaben wird man immer noch die Top-Ärzte, Top-Anwälte oder Top-Designer brauchen. Aber Durchschnittsqualität kann ein Computer oder ein Roboter billiger liefern.

Wo liegt der dritte Fehler?

Ah, die sozialen Systeme. Darüber sprechen Sie hier schon seit Jahren, nicht wahr? Nun, ich will nicht sagen, dass es in Deutschland keinen Reformbedarf gibt. Aber wenn jemand daran denkt, den Weg der USA einzuschlagen, dann kann ich davor nur warnen. Je härter sie die Sozialsysteme beschneiden, desto eher tauchen die Probleme an anderer Stelle wieder auf. Schlechtere Gesundheit, größere Armut, weniger Sicherheit, mehr Kriminalität. Natürlich ist die US-Arbeitslosenquote niedriger als die deutsche. Aber bei uns sitzen allein zwei Millionen Leute in den Gefängnissen. Meinen Sie, das ist keine versteckte Arbeitslosigkeit? Glauben Sie mir, sie sind hier immer noch besser dran.

An den Problemen ändert das aber nichts - und Sie sagen, dass alles noch schlimmer wird. Sehen Sie sich eigentlich als Apokalyptiker?

Weil ich das Ende der Arbeit vorhersage? Nein. Erstens: Ich ziehe nur logische Schlüsse aus Dingen, die ich in der Wirtschaft jeden Tag beobachten kann. Und zweitens: Ich halte das Ende der Arbeit durchaus für eine positive Sache.

Aber was sollen all die Leute denn machen, wenn sie keine Arbeit mehr haben?

Sehen Sie, so verbogen sind wir heute. Ich sage, die Menschen werden für den Produktionsprozess nicht mehr gebracht und Sie fragen, was sie dann bloß machen sollen. Als ob es die Erfüllung des Menschen wäre, Tag für Tag dieselbe stupide Tätigkeit auszuführen. Dasselbe Blech zu formen oder dieselben Fragen am Telefon zu beantworten. So eng definieren wir uns. Ich sage: Lasst die Maschinen das übernehmen. Aber viele Leute können sich einfach nicht vorstellen, was sie ohne Arbeit anfangen sollen. Das ist traurig.

Entschuldigen Sie, aber die Frage ist doch nicht, was die Menschen mit ihrer freien Zeit anfangen, sondern mit welchem Geld Sie ihre Miete und ihr Essen bezahlen, wenn alle Jobs verschwinden.

Sie haben ja Recht. Also, es gibt verschiedene Ansätze. Besonders wichtig ist der so genannte Nonprofitsektor. Gemeint sind hier Aktivitäten von der Sozialarbeit über die Wissenschaft, Kunst, Religion bis hin zum Sport. In den Niederlanden sind heute bereits 12,6 Prozent aller Vollzeitstellen im Nonprofitsektor angesiedelt. In Deutschland sind es erst 4,9 Prozent. ier gibt es ein Potenzial für Millionen von Arbeitsplätzen.

Aber wie soll dieser Nonprofitsektor finanziert werden?

Durch Steuerumschichtung. 90 Prozent der Regierungseinnahmen weltweit stammen aus der Besteuerung von Arbeit und Kapital. Wir müssen viel stärker zur Besteuerung von natürlichen Ressourcen kommen. Warum sollen sich die Unternehmen einfach frei bedienen? Eine Besteuerung von Ressourcen würde sowohl zur Schonung der Umwelt führen wie zur Senkung von Unternehmensgewinnen. Die Steuereinnahmen könnten dann in den Nonprofitsektor fließen und dort Mehrbeschäftigung stimulieren. Man könnte auch über etwas anderes nachdenken. Wenn Maschinen immer mehr Menschen ersetzen, warum sollte es in Zukunft nicht genau so eine Maschinensteuer geben, wie es heute eine Einkommenssteuer gibt?

Haben Sie noch mehr Anregungen?

In meinem Land gibt es 250 Zeitdollar-Projekte. Es handelt sich dabei um eine Parallelwährung, die ganz auf der Zeit basiert. Für jede Stunde Arbeit erhält man einen Zeitdollar, für den man wiederum Waren oder Dienstleistungen kaufen kann. Die Idee dahinter ist, das in einer sozialen Gemeinschaft jenseits von Gewinnmaximierung die Zeit eines jeden von uns gleich wertvoll ist – sei er nun Arzt, Müllmann oder Taxifahrer.

Und das soll im großen Stil klappen? Das klingt sehr utopisch.

Wir brauchen ja gerade Utopien. Generationen von Ökonomen haben sich damit beschäftigt, die Marktwirtschaft zu analysieren und Vorschläge zu machen, wie sie besser funktionieren könnte. Dabei ist der Mensch aus dem Blickpunkt geraten. Es ist doch so: Die Globalisierung hat versagt.

Warum hat sie versagt?

Weil sie zu viel Geld von unten nach oben verteilt hat. Die 356 reichsten Familien besitzen heute 40 Prozent des Reichtums der Menschheit. Diese Entwicklung führt uns in den Abgrund. Wenn die Unternehmen die Löhne immer weiter drücken, wird irgendwann niemand mehr ihre Produkte kaufen. Das ist so logisch, dass es eigentlich jeder verstehen müsste. Was wir brauchen, ist eine Reglobalisierung, bei der die Bedürfnisse der Mehrheit im Vordergrund stehen, nicht die Gewinnspannen einer kleinen Minderheit. Der technische Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Ich sehe zwei Alternativen für unsere Zukunft. Die eine ist eine Welt mit Massenarmut und Chaos. Die andere ist eine Gesellschaft, in der sich die von der Arbeit befreiten Menschen individuell entfalten können.

Das Ende der Arbeit kann für die Menschheit einen großen Sprung nach vorn bedeuten. Wir müssen ihn aber auch wagen
(Quelle: Stuttgarter Zeitung)
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Hartz IV: Drohen neue Zwangsumzüge?

Nur noch 25 Quadratmeter große Wohnungen?

Ein Entwurf des Arbeitsministeriums sieht vor, dass alleinstehende Hartz IV Bezieher nur noch in Wohnungen leben dürfen, die nicht größer als 25 Quadratmeter groß sind. Bei den Vorschlägen handelt es sich zunächst um Diskussionsentwürfe, wie ein Sprecher des Ministeriums versichert. Würde diese Regelung umgesetzt werden, so drohen massenhafte Zwangsumzüge. Menschenverachtende Sparvorschläge zur Entlastung der Kommunen: Sollen Hartz IV Bezieher nur noch in 25 Quadratmeter großen Wohnungen leben dürfen?
(23.07.2010) Zur "finanziellen Entlastung der Kommunen" drohen Arbeitslosengeld II Beziehern empfindliche Hartz IV- Kürzungen bei den Wohnkosten. Nach einer Empfehlung einer sog. Experten Kommission des Bundesarbeitsministeriums sollen Kommunen zukünftig selbst bestimmen, wie groß Wohnungen von Hartz IV Beziehern sein sollen. Momentan gilt der durchschnittliche Richtwert für Singel im Hartz-IV Bezug sind 45 Quadratmeter angemessen. Laut "Expertengruppe" mit dem Titel "Arbeitsgruppe Standards" könnten auch 25 Quadratmeter "angemessen" sein, um Kosten der Kommunen und Städte zu sparen. Im SGB II ist jedoch nur verankert, dass die Kosten der Unterkunft "angemessen" sein müssen.
Bei einer kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion "Die Grünen" an die Bundesregierung kamen die neuen Sparvorschläge bei Hartz IV und Sozialleistungen zutage. Nun soll bei den Wohnkosten massiv gekürzt werden. Hartz IV Bezieher sollen in noch kleinere Wohnungen zusammengepfercht werden. Ginge es nach der Experten Runde des Arbeitsministeriums so sollen zukünftig nur noch 25 Quadratmeter angemessen sein. Zudem wird empfohlen, dass die Kommunen künftig selbstständig in Satzungen bestimmen können, wieviel Wohnkosten übernommen werden. Das Bundesarbeitsministerium verwies allerdings in einer Anfrage durch die Redaktion, es "handle sich hierbei um einen Diskussionsentwurf" und um keine konkrete Planung.
Insgesamt habe die Experten Runde 200 Vorschläge erarbeitet. Auch andere Sozialkürzungen seien vorgesehen. So schlägt die Runde vor, Behinderte Menschen dürfen zukünftig nicht mehr kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Auch soll der Zugang zu Behindertenwerkstätten massiv beschnitten werden. Was tatsächlich von den "Vorschlägen" umgesetzt wird, entscheidet das Bundesarbeitsministerium und weitere Fachressorts. Zunächst werden die Vorschläge auf Durchführbarkeit geprüft.
Der Bund zahlt immer weniger für die Unterkunftskosten von Hartz-IV Beziehern. Denn der Anteil der Übernahme der Kosten für den Bund wird von 26 auf 23,6 Prozent gekürzt. Den Rest müssen die Kommunen selbst tragen. Der "Experten-Vorschlag" ist als Versuch zu sehen, die Reduzierung des Bundes auf dem Rücken der Erwerbslosen auszutragen. Aus diesem Grund gab es immer wieder Vorschläge, wie die Kosten der Unterkunft reduziert werden können. Ein Vorschlag war, die Kosten der Unterkunft (Heizkosten Miete) nur noch pauschal zu berechnen. Durch den neuen Vorschlag scheint dieser unsinnige Vorschlag zunächst vom Tisch.
Die kommunal politische Sprecherin der Grünen, Britta Haßelmann, bezeichnete den "Experten-Vorschlag" als "Unding". "Damit steigt der Druck auf die Kommunen, die Leistungen in den Satzungen relativ niedrig anzusetzen." Die Grünen Politikerin warnt aus diesem Grund vor einer Prozesswelle an den Sozialgerichten. Auch der Deutsche Mieterbund sieht in den Vorschlägen nicht viel gutes. Die derzeitige Regelung sichert Hartz-IV-Empfängern menschenwürdiges Wohnen. Hier gibt es keine Einsparmöglichkeiten", erklärte Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes.
"Es stellt sich die Frage, ob Artikel 1 des Grundgesetzes noch für alle in der Bundesrepublik lebenden Menschen gilt", erklärte der Bundesgeschäftsführer des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Dr. Bernd Niederland, am Freitag in Berlin. "Die durch Medienberichte bekannt gewordenen Empfehlungen aus dem Bundesarbeitsministerium, allein lebenden Beziehern von Hartz IV-Leistungen nur noch einen Wohnraum von 25 Quadratmetern als "angemessen" zuzugestehen, deuten auf das Gegenteil hin. (sb)
Quelle
gegen-hartz.de

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Dankschreiben eines Reichen!

Wollen wir ehrlich sein: du wirst nie im Lotto gewinnen!

Andererseits sind deine Chancen ziemlich gut, den Rest deines Lebens damit zu verbringen in deinem jämmerlichen Job zu weiter zu schuften.

So ist das nun mal, wenn man in die falsche soziale Klasse geboren wird - du bist ein Mitglied der Arbeiterkaste. Schade! Deshalb hast du weder die Erziehung, noch die Verbindungen, die Manieren, das Äußere und den guten Geschmack, um jemals einer von uns zu werden. Du bräuchtest ein Buch der Größe eines Lexikons (the yellow pages), um all die unfairen Vorteile zu kennen, die wir über dich haben. Das beruhigt uns und wir sind überzeugt davon, dass du auch weiterhin an all die dummen Märchen von "Gerechtigkeit" und "Chancengleichheit" glauben wirst.

Natürlich hat es in einem hierarchischen sozialen System wie dem unseren, noch nie viele Raum an der Spitze gegeben. Außerdem ist der bereits von uns besetzt - und glaub uns, uns gefällt es hier so gut, dass wir ihn behalten werden. Aber schließlich gibt es in der sozialen Hierarchie naturgemäß auch noch Menschen die selbst unter dir stehen, und denen du von Zeit zu Zeit mal auf die Fresse schlagen kannst. Jede "Spülmaschine" kann in der Hackordnung noch Schlamm unter sich finden, über den sich zu spotten und auf ihn zu spucken lohnt. Sei also dankbar über alle Leiharbeiter, Prostituierten und Obdachlosen.
 
Denke immer daran, dass wenn Menschen wie du unsere wirtschaftliche Sicherheit und sozialen Privilegien genießen würden, niemand mehr all die langweilige, gefährliche und schlecht bezahlte Arbeit für unsere Wirtschaft tun würde. Keiner würde mehr für unsere Kriege kämpfen, keiner würde blind den Regeln unserer totalitären Konzerne gehorchen. Und bestimmt würde niemand in Sanftmut sterben, ohne ein erfülltes und kreatives Leben gelebt zu haben. Deshalb, mach deine gute Arbeit weiter!

Wahrscheinlich fehlt dir auch dieses gierige, zwanghafte Streben nach Reichtum, Macht und Prestige, dass uns eigen ist. Und selbst wenn du aufrichtig wünschtest dein Leben zu ändern, hättest du doch Angst vor der Erfüllung deines Wunsches, der dich und Leute wie dich in einem Status der Vorhölle hält. Geh also weiter durchs Leben und spiel mechanisch die dir zugewiesene Rolle. Was würden denn die anderen denken, wenn du es wagtest daraus auszubrechen?

Natürlich versuchen wir euch gegeneinander auszuspielen, wann immer es unseren Zwecken dient: gutbezahlte Arbeiter gegen schlechtbezahlte, gewerkschaftlich organisierte gegen nicht organisierte, Schwarz gegen Weiß, Männer gegen Frauen, amerikanische Arbeiter gegen Japaner, gegen Mexikaner, gegen . . .

Wir drücken ständig eure Löhne, mit Mitteln wie "Auslandskonkurrenz", dem "Gesetz von Angebot und Nachfrage", der "Staatssicherheit" oder der "Staatsverschuldung", und wenn ihr nicht auf Linie bleibt oder unsere Gewinne gefährdet, schmeißen wir euch auf den Schrottplatz der Arbeitslosigkeit. Um euch eine gelegentliche Pause von der Monotonie unserer täglichen Wirtschaftserpressung zu geben, erlauben wir euch an unseren inszenierten "Wünsch Dir Was-Spielen" teilzunehmen, die dem Pöbel besser als "Wahlen" bekannt sind.

Zum Glück habt ihr nicht den Hauch einer Ahnung davon was wirklich geschieht - stattdessen macht ihr "Ausländer", "baumumarmende Umweldexperten", "Nigger", "Juden", "Sozialfürsorge-Königinnen" und unzählige andere für euer Elend verantwortlich. Wir freuen uns, dass so viele von euch das "Arbeits-Ethos" hoch halten, auch wenn die meisten Jobs unserer Wirtschaft die Umwelt und euch mit Füßen treten, eure körperliche und emotionale Gesundheit ruinieren und euch grundsätzlich das Leben aus den Adern saugen. Wir kennen wirkliche Arbeit nicht, sind aber sehr zufrieden damit, dass ihr sie kennt.

Natürlich könnte das Leben anders sein. Arbeit könnte intelligent organisiert sein, um den wirklichen Bedarf aller Menschen zu decken. Du und andere wie du könnten sich zusammenschließen, um sich von der Unterdrückung durch uns zu befreien. Aber das wisst ihr nicht. Tatsächlich könnt ihr euch nicht einmal vorstellen, dass eine andere Lebensweise möglich ist. Und das ist wahrscheinlich die größte und bedeutendste Errungenschaft unseres Systems - euch eurer Vorstellungskraft, eurer Kreativität und der Möglichkeit für sich selbst zu denken und zu handeln beraubt zu haben.

So wollen wir uns wahrhaftig und aus ganzem Herzen bei euch bedanken. Euer unterwürfiges Opfer macht unseren korrupten Luxus möglich. Eure Arbeit hält unser System aufrecht. Herzlichen Dank dafür, dass ihr "wisst" wo ihr hingehört - ohne euch dessen bewußt zu sein.
(Unbekannter Autor)
Quelle: informationclearinghouse.info
Gefunden von K.F.G.Müller


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Zeitung: Mini-Jobber und Aufstocker sollen Elterngeld verlieren

München (ddp). Die Pläne der Bundesregierung, das Elterngeld für «Hartz IV»-Empfänger zu streichen, gehen offenbar weiter als bislang bekannt. Mit einem geringeren staatlichen Zuschuss müssen auch Mini-Jobber und Paare rechnen, die den sogenannten Kinderzuschlag erhalten, wie die «Süddeutsche Zeitung» (16.07.2010) berichtet. Dies gehe aus dem Referentenentwurf des Bundesfamilienministeriums hervor. Wer wegen seines geringen Verdienstes zusätzlich vom Staat «Hartz IV»-Leistungen erhält und so sein Einkommen aufstockt, wird demnach genauso wie alle «Hartz IV»-Bezieher bis zu 300 Euro weniger Elterngeld bekommen. Die Bundesregierung habe in ihrem Sparpaket von Anfang an vorgesehen, gut ein Drittel des Sparvolumens von mehr als 13 Milliarden Euro im Jahr 2011 bei den Sozialleistungen hereinzuholen.

Kommentar: Endlich trägt die von Protagonisten wie Thilo Sarrazin oder Prof. Gunnar Heinsohn schon lange geforderte "Sozialeugenik" - also die Steuerung des Bevölkerungswachstums durch soziale Auslese - Früchte in der Politik von schwarz-gelb! Schließlich braucht Deutschland doch hochsubventionierte Kinder von "Leistungsträgern" und nicht "Kopftuchmädchen"(Sarrazin), "vom Sozialstaat alimentierte Unterschichten"(Heinrichsohn) oder "HartzIV-Abschaum"(Beifall für S.&H. von ganz Rechts: DVU&NPD). Auch hier findet zusammen, was zusammen gehört: Die Privilegierten Ober- und die abstiegsbedrohten Mittelschichten sichern die wenigen verbliebenen, nicht von ihresgleichen an den Börsen verbrannten Resourcen für die eigene Brut! Elitenstipendium statt Bafögerhöhung, Studiengebühren statt Lehrmittelfreiheit, G8-Paukabitur statt freier Lernkultur, Elterngeld nur für Besserverdienende & "Leistungsträger", rabiate "Verteidigung unserer Gymnasialkultur" (bitte ohne Migranten und Proleten!) in Hamburg - bezahlt aus undurchsichtigen Quellen und auch gegen die eigenen Sachwalter aus Schwarzgrün - alles Bausteine eines neuen Sozialfaschismus im Gewande der fortwährend exekutierten "Sachzwänge"! Eine solche Lage (Weltwirtschaftskrise, hervorgerufen durch die unendliche Gier der Reichen und Superreichen und ihre hemmungslose Börsenzockerei, dadurch hohe Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig finanziell ausgebluteten Staatswesen durch Bedienung der Interessen der immergleichen "Eliten") gab es schon einmal. Und auch damals gab es die Sarrazins und Heinrichsohns, wie dieses kleine Zeitdokument belegt:
Bevoelerungsabstieg

Was danach kam, ist bekannt. "Ich fürchte nicht die Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten - ich fürchte die Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten!" Adorno Dem ist nichts hinzuzufügen.
Karsten F.G.Müller

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Programmhinweis: An dieser Stelle sehen Sie in Kürze einen Beitrag zur Demonstration "Wir zahlen nicht für eure Krise" am 12.06.2010 in Berlin, welche durch einen angeblichen Anschlag mit einer "Splitterbombe" (so BILD, HNA u.a.) durch "linke Chaoten" (ebenda) gegen "friedliche Polizisten" (dito) Schlagzeilen machte. Wir veröffentlichen hier vorab eine Presseerklärung des Aktionsbündnisses Sozialproteste zum Thema:

Versuch den Terror der Ökonomie zu relativieren
Sonntag, 20. Juni 2010
Am 12. Juni haben über 40.000 Menschen ihr demokratisches Recht wahrgenommen und sind in Stuttgart und Berlin gegen die asoziale Kürzungs-Politik der Regierenden und der wirtschaftlichen Lobby-Verbände auf die Straße gegangen. Am 19. Juni hat das 36. Bundesweite Treffen des Aktionsbündnisses Sozialproteste (ABSP) mit Initiativen der Erwerbslosen- und Sozialproteste in Göttingen stattgefunden.

Edgar Schu vom ABSP stellt zu den polizeilichen Zugriffen fest: „Die Verantwortlichen in der Politik, die Polizeiführung und die polizeilichen Einsatzkräfte haben demonstriert, wie viel ihnen das demokratische Grundrecht auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit wert ist. Wie bei der Demonstration der Sozialproteste am 3. Juni 2006 und den Krisenprotesten 2009 wurden auch am 12. Juni 2010 ohne Anlässe, die in dem Demonstrationszug begründet gewesen wären, durch die Polizei in einer Strategie der kontrollierten Eskalation einzelne Blöcke des Demonstrationsaufzuges angegriffen, und es wurde versucht, diese aufzulösen. Diese Übergriffe wiederum und die daraus entstehenden Situationen dienen zur Legitimierung von späteren militanten Polizei-Zugriffen auf der Abschlusskundgebung. Dass dabei Menschen und die Demokratie Schaden nehmen, nehmen die Verantwortlichen billigend in Kauf. Diese Schäden verstärken wiederum die politisch gewollte Delegitimierung, Kriminalisierung und Stigmatisierung der sozialen und politischen Proteste gegen die herrschenden Zustände.“

Die bundesweite Versammlung des ABSP fordert die politischen Verantwortlichen in Berlin und bei der Polizeiführung auf, den Hergang und Verlauf des polizeilichen Übergriffs öffentlich zu untersuchen. Ohne erkennbaren Grund wurde der polizeiliche Übergriff offenbar an einer von der Polizei gewählten Stelle befohlen. Dabei wurden die Ordner der Demonstrationsleitung, die beim bisherigen Verlauf der Demonstration erkennbar tätig waren, gezielt angegriffen und teilweise schwer verletzt und so die Ausübung ihrer Tätigkeit unmöglich gemacht. Auch Demonstrant/innen, die bis zu diesem Zeitpunkt deeskalierend eingewirkt hatten, wurden körperlich bedroht und bewusst gefährdet.

Das ABSP stellt fest: Wer um soziale und politische Grundrechte, um ein Leben in gewährter Würde kämpft, der muss auch auf das Recht auf körperliche Unversehrtheit bei der Ausübung demokratischer Rechte bestehen. Das gilt für Demonstrant/innen ebenso wie für die polizeilichen Einsatzkräfte. Würfe und Feuerwerk aus der Demonstration heraus gefährden immer auch die Demonstrierenden und das gemeinsame Anliegen der Demonstration. Das ABSP lässt sich nicht von den Menschen trennen, die eine Kritik am herrschenden Kapitalismus praktisch umsetzen wollen. Es ist ein Skandal, dass die polizeilichen Einsatzkräfte am 12. Juni 10 augenscheinlich das Ziel verfolgt haben, erfolgreiche Deeskalationsstrategien der Demonstrationsleitung durch Gewaltanwendung und –androhung zu hintertreiben, um so die Bilder eines vermeintlichen „Terrors der Straße“ zu erhalten. Kriminelle Vereinigungen bilden in unseren Augen die marktradikalen Extremisten der vermeintlichen gesellschaftlichen Mitte, die verantwortlich sind für die verschärfte Politik der Enteignung und der gesellschaftlichen Ausgrenzung!

Als Anlage zu dieser Pressemitteilung senden wir Ihnen die Eidesstattliche Erklärung des Demonstrations-Ordners Rainer Wahls, der bei der Ausübung seiner Tätigkeit durch die Polizei gefährlich verletzt worden ist: (http://www.die-soziale-bewegung.de/2010/06-12_mobilisierungen/17-6-10-Eidesst-Erkl.pdf)

17. Juni 2010
Eidesstattliche Erklärung
In Bezug auf den Verlauf der Demonstration "Wir zahlen nicht für eure Krise!", den damit verbundenen Eskalationen in der Torstraße und dem polizeitaktischen Vorgehen erkläre ich, Rainer Wahls, wohnhaft am Frankfurter Tor 6 in 10243 Berlin- Friedrichshain: Als Vertreter der Arbeitsgruppe Soziales Berlin im Berliner Sozialforum habe ich auf dem Bündnistreffen am Dienstag den 1.6.2009 zugesagt, den Kollegen Peter Schrott bei seinem Aufgabenbereich der Demonstrationssicherheit innerhalb der operativen Demonstrationsleitung zu unterstützen. Wie üblich wurde bereits bei den Anmeldergesprächen die polizeiliche Einsatzleitung aufgefordert, vor begründeten polizeitaktischen Maßnahmen den Ordnungskräften die notwendige Zeit und Gelegenheit einzuräumen, um verfügte Auflagen für die Demonstration umzusetzen. Zu diesen Tätigkeiten gehört: • das Einweisen der Blockverantwortlichen, • die Aufstellung der Fahrzeuge, die Kommunikation mit den Ordnern in den Blöcken und an den Fahrzeugen, • sowie die Unterstützung der Demonstrationsleitung, um entstehende Eskalationen möglichst im Vorfeld aufzulösen. Am 12.6.2010, dem Tag der Demonstration fand dann wie geplant die Einweisung der Blockverantwortlichen und habe ich dann zusammen mit dem Kollegen Peter Schrott die Aufstellung der auf der Demonstration mitgeführten Fahrzeuge organisiert. Auf Höhe der Grunnerstraße, hinter dem Roten Rathaus stockte erstmalig der Demonstrationsaufzug. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich nach der Aufstellung der Blöcke erstmalig bei der Demonstrationsleitung an der Spitze des Aufzuges zurückgemeldet. Der Kollege Prütz von der Demonstrationsleitung bat mich den Kollegen Schrott auf Höhe des "Antikapitalistischen Blocks" zu unterstützen, da es eine Aufforderung der Polizeiführung gebe, die Verknotung der seitlichen Transparente unverzüglich zu beenden. Zusammen mit dem dem Kollegen Schrott und anderen (unter anderen auch mit Hilfe einer Intervention des Kollegen Prürtz als Anmelder der Demonstration) wurden die seitlichen Transparente gelöst und entsprechend der verfügten Auflagen gelockert getragen. Ab dem eben geschilderten Zeitpunkt erfolgte eine enge polizeiliche Begleitung des "Antikapitalistischen Blocks". Auf der linken Seiten erzeugte sie durch die Enge der räumlichen Situation, aber auch durch die Art der Umsetzung wiederholt Momente, in den es zu verbalen und zum Teil auch zu defensiv körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrant/innen im Block und dem eingesetzten Polizeizug kam. Aus diesem Grund kam es zu einer Abstimmung mit dem Kollegen Schrott, dass er an der Spitze des bedrängten Blocks bleibt und wir nur fernmündlich den Kontakt zur Seite 1 von 3 Frankfurter Tor 6 10243 Berlin M rainer.wahls@gmail.com Rainer Wahls Ag Soziales Berlin im Berliner Sozialforum Demonstrationsleitung halten und ich mich wiederum an der linken Seite des Aufzuges erkennbar als Ordner bewege, um bei entstehenden Konflikte zeitnahe agieren zu können. Diese Aufgabe hatte sich insofern erleichtert weil aus der Stockung heraus mehre ältere Demonstrantinnen, die erkennbar nicht zum Umfeld der antikapitalistischen Linken gehören, sich ebenfalls deeskalierend unter die begleiten Polizeikräfte begeben hatten. Der dadurch entstehende Pufferraum wirkte sich so aus, das bis auf Höhe der Mollstraße keine Komplikationen auftraten und der Demonstrationszug unbehelligt vorankam. Auf Höhe der Mollstraße kam es zu einer verbalen, symbolischen Reaktion aus dem Antikapitalistischen Block heraus, der Bezug auf eine überdimensionalen Deutschlandfahne auf einem Neubau-Balkon nahm. Die Reaktion beschränkte sich auf antinationale Sprechchöre, die wiederum auf meiner Höhe von einzelnen Polizeikräften in dem Sinne kommentiert wurden, das die Kritiker/innen des Nationalismus doch auswandern sollen. Die polizeiliche Begleitung war anschließend wahrnehmbarer enger und nahm wieder einen konfrontativen Charakter an und die Polizeikräfte versuchten ab diesem Zeitpunkt Demonstrierende, die nicht zu dem Umfeld des Antikapitalistischen Blocks gehörten von diesen zu isolieren. In dem Bereich der Torstraße wo sich diese verengt und noch zusätzlich Einschränkungen durch eine Baustelle bestanden, deutete ich die Vorbereitung zu einem polizeilichen Zugriff an. Es gab zwei verbale Versuche mich als erkennbaren Ordner der Demonstrationsleitung, der im Vorfeld, der im Vorfeld bei sich zuspitzenden Reaktionen so agiert hatte, dass der Demonstrationszug durch Konfrontationen nicht aufgehalten wird, quasi wegzuschicken. Begründet wurde dieses nicht mit einen in nächster zeit beginnenden Zugriff der Einsatzkräfte, sondern mit der vermeintlichen Notwendigkeit, das sich die begleitende Kette gegenseitig vor Angriffen schützen müsse. Ich habe in dieser Situation erklärt: • dass meine Aufgabe nicht durch ihre Einsatzleitung sondern durch unsere Demonstrationsleitung bestimmt wird. • Und das zweitens die gerade darin besteht, dass bereits eigenbestimmt auf sich aufbauende Konfliktsituationen reagiert wird und • drittens in der jetzigen Situation keine Begründung für eine polizeiliche Maßnahme vorliegt. Der Befehl zum polizeiliche Zugriff erfolgte quasi eine halbe Minute nach meiner mündlichen Erklärung. Ein Agieren als erkennbarer Ordner war nicht möglich, da mich unmittelbar drei Faustschläge am Kopf getroffen hatten, in dessen Folge die Brille verloren ging. In der Folge duckte ich mich eher instinktiv ab, auch um die Brille wieder aufzuheben. Diesen Moment nutzte der Polizist halb rechts von mir um einen gezielten Tritt gegen den Kopf zu platzieren. Im Gegensatz zu den dosierten Faustschlägen ohne wirkliche Verletzungsgefahr wurde beim Fußtritt eine ernsthafte gesundheitliche Gefährdung wissentlich in Kauf genommen. Es bestand für den ausführenden Polizisten keine Gefahrensituation, aus der sich ein Selbstschutz begründen ließe. Die Folge dieses Fußtritts war eine leicht blutende Platzwunde über der rechten Augenbraune und Symptome einer leichten Gehirnerschütterung in den folgenden Tagen. Weitere Verletzungen wurden dadurch unterbunden, dass mich die angegriffenen Demonstrant/innen des Antikapitalistischen Blocks in die gebildete Ketten zum Selbstschutz des Blockes aufnahmen. Die Feuerwerkskörper explodierten einige Meter von der Stelle entfernt, wo der Zugriff der Polizeikräfte erfolgt, ungefähr nach dem Zeitpunkt, als neben den Transparenten auch die Stangen der in dem Block mitgetragenen Transparente durch den polizeilichen Angriff gewaltsam entfernt worden. Allen Anschein war das die polizeitaktische Zielstellung des erteilten Einsatzbefehls. Eidesstattliche 17. Juni 2010 Erklärung: Seite 2 von 3 Der erste Feuerwerkskörper entsprach dem Ausmaß der öffentlichen verkauften Knaller. Der zweite Feuerwerkskörper erinnerte mich durch den Ton und die damit verbundene "Wolke" an die imitierenden, mit Plastik ummantelten "Kanonenschläge", wie sie bei militärischen Übungen verwendet werden. Auffallend war, das die Detonation des Feuerwerkskörper vor einem PKW-Fahrzeug stattfand, das allerdings keinen erkennbaren Schaden genommen hatte. Die Detonationen führten zu einer allseitigen Verunsicherung, auch der polizeilichen Einsatzkräfte. In dieser Situation gelang es dem Kollegen Schrott und mir, wieder als Ordner der Demonstrationsleitung zu agieren, unterstützt durch den Lautsprecherwagen sehr schnell die Demonstration wieder zu schließen. Unterstützt wurde das durch Demonstrat/innen ohne einen Szenebezug, die quasi den "Antikapitalistischen Block" wider mit einem Pufferraum einpackten, der sich vor dem neuen Leittransparent und im möglichen Rahmen dann auch wieder seitlich mitbewegte. (Die geschilderten Vorgänge lassen sich bei bedarf anhand der bisher veröffentlichen Fotographien auf dem Portal Indymedia nachvollziehen.) Auf Höhe der Kreuzung Rosenthaler Platz kam es dann nochmals zu einem polizeitaktischen Stopp des neu formierten Antikapitalistischen Blocks. Das führte allerdings zu keiner versuchten Einkesselung durch Polizeikräfte, aus meiner Wahrnehmung jetzt auch der Bundespolizei. Deshalb ist davon auszugehen, das polizeitaktisch der Block nochmals "abgefilmt" wurde, um in der Zeit bis zum Endpunkt der Demonstration "Verdächtigte" zu lokalisieren und diese dann gezielt durch Gruppenzugriffe festzunehmen. Nach der gewaltsamen Eskalation begleiteten zwei Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke. den Antikapitalistischen Block. Während ich im Gespräch mit dem MdB Kipping war, kam der Polizeidirektor Lars Neumann auf uns zu und berichtete von den Verletzungen der beiden Polizisten durch den Feuerwerkskörper. In dem Rahmen schilderte Frau Kipping den Werdegang in der zeitlichen Abfolge, wie ich ihn erlebt habe. Daraufhin forderte mich der Polizeidirektor persönlich auf, selber von meinem Recht der Klage gebrauch zu machen. Kurz vor dem Erreichen des Platzes vor dem Roten Rathaus auf dem die Abschlusskundgebung stattfand, wurde die Begleitung der polizeilichen Einheiten wider enger. Erkennbar wurden Positionen einzelner Personen fixiert, was für einen zeitnahen Zugriff durch Fängergruppen sprach. In dieser Situation löste sich der Antikapitalistische Block quasi unter den Augen der wartenden Polizeieinsatzkräfte auf. Fast während der gesamten Zeitdauer der Abschlusskundgebung kam es an verschiednen Punkten zu polizeilichen Zugriffen, die zum Teil massiv die Verhältnismäßigkeit überschritten, zum Teil völlig Willkürliche aufgeführt wurden und so zu Verletzungen führten, die von Sanitätern behandelt werden mussten. Nach der formalen Beendigung der Demonstration und Abschlusskundgebung und dem Absinken des Adrenalinpegels im Blut, haben ich mich umgehend nach Hause begeben, um die Verletzung an der Stirn zu versorgen und durch Kühlen die beginnende Schwellung zu behandeln. Die Symptome einer leichten Gehirnerschütterung halten bis zum heutigen Tag an und Schränken die Dauer der Konzentrationsfähigkeit ein. Rainer Wahls Arbeitsgruppe Soziales Berlin im Berliner Sozialforum www.sozialforum-berlin.de Eidesstattliche 17. Juni 2010 Erklärung: Seite 3 von 3


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Parkgebührenskandal oder Geld sparen - koste es, was es wolle

In der Aufbereitung des Parkgebührenskandals, bei dem die Stadt Kassel rund 600.000 Euro verloren hat, ist die letzte Runde eingeläutet worden. In ihr geht es um das Disziplinarverfahren gegen einen leitenden Beamten der Stadt Kassel und die Haftungsfrage für die Schäden aus ungenügender Kontrolle. Die Verfahren gegen die Angestellten der unteren Verwaltungsebene waren schon abgeschlossen, ohne dass das Ergebnis in den Grundzügen öffentlich gemacht worden ist. Im Bericht des auf Antrag der Kasseler Linken.ASG eingerichteten Akteneinsichtsausschuss war als Erklärungsansatz zu lesen: „Zum Verlust des Geldes haben letztendlich die interne Abwicklung der Sollstellung der Einnahmen und die damit verbundene nicht umfassende Überwachung der Geldflüsse geführt.“ Quelle: Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 2.7.2007. In der Bewertung der Ursache wurde bisher die mangelhafte Kontrolle der Zahlungen durch die Mitarbeiter benannt. In den tiefergehenden Berichten und Stellungnahmen wurden die ungeeigneten Strukturen zur Sicherstellung der Zahlungen ergänzt. Und in der Medienberichterstattung wurde dann auch mal Herr Witte als Dezernent des Straßenverkehrsamts als „politisch“ verantwortliche Führungskraft gebrandmarkt. Der eigentliche Anlass und der eigentlich Verantwortliche spielte in der öffentlichen Diskussion bisher kaum eine Rolle. „Ohne den dogmatischen Privatisierungskurs des sozialdemokratischen Kämmerers Dr. Jürgen Barthel wäre ein solch immenser Schaden kaum vorstellbar gewesen.“ so Axel Selbert rechtspolitischer Sprecher der Kasseler Linke.ASG. Die Kosten für das Einsammeln und Zählen des Geldes aus den Automaten sollte viel billiger als durch die bewerte Arbeit von städtischen Angestellten erlegt werden. So wurden die sicherlich nicht üppig bezahlten Stellen in der Stadtverwaltung eingespart, das mit Kosten verbundene Zählen der Einnahmen vor Ort aufgegeben und die Arbeit an eine auswärtige Sicherheitsfirma zu „geringeren Kosten“ vergeben. Diese Entscheidung, das widerlegte Dogma „Private können alles besser und billiger“ und die vollkommen unzureichend umgesetzten Strukturen nebst dem Verzicht auf ausreichende Sicherheitsleistungen haben zu dem desaströsen Verlust geführt. Der Verursacher Dr. Jürgen Barthel ist, mit nicht erkennbar veränderter Grundhaltung, nach wie vor als Sozialkämmerer tätig.

Kommentar:
Tja - wenn der Herr Barthel seinen Spezis aus der vielgelobten Privatwirtschaft die gleiche Kontrollparanoia, das gleiche Mißtrauen und die gleiche Verachtung für ihre Fähigkeiten sinnvoll mit Geld umzugehen entgegengebracht hätte, wie er dies im Umgang mit den Kasseler Armen zu tun pflegt - dann, ja dann.....wäre das Geld wohl noch da! Aber die Politik der Kassler Beton-SPD - bei den Armen noch bis in die Unterhose schnüffeln, kürzen, schikanieren, kontrollieren und das alles wegen Kleinstbeträgen - gilt natürlich nicht für die Kamarilla aus Unternehmern, Parteispendern und Profiteuren, welche der Kassler Filz so um sich versammelt! Da wird großzügig schon mal weggeschaut, wenn hunderttausende Euro (der Witz ist - niemand weiss so genau, wieviel eigentlich!) verschwinden, Bauprojekte sich ins Masslose verteuern (Auebad, Flughafen Calden) oder - zum Segen der Kasseler Baumafia - denkmalgeschützte Häuser ("Henschelhaus") mal eben abgerissen werden. Das "regelt dann eben der Markt". Direkt in die zuständigen Taschen. Hier geht es eben nicht nur um das Dogma: "Privat ist besser und billiger" (für sich schon schwachsinnig genug - siehe Bankenkrise!), sondern in erster Linie darum, dass die Privatisierung von Gemeineigentum oder -aufgaben eben gerade für eine Funktionärskaste Verdienst- und Karrieremöglichkeiten eröffnet, welche diese sonst nicht hätte! Oder was glauben Sie, warum für die Schröders, Clements und Kochs dieser Kleptokratenrepublik immer sofort die Aufsichtsratspöstchen nur so vom Schlaraffenbaume fallen, wenn sie für die Bevölkerung mal endgültig untragbar werden? Da werden die Belohnungen ausgereicht für das verscherbeln und versilbern von Gemeineigentum! Wir sind mal gespannt, wo der Herr Barthel sein Pöstchen bekommt, wenn er Kassel genug gemolken hat. Tipp des Verfassers: Flughafen Calden?!
K.F.G.Müller

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Nicht an der Rutsche oder an der Fassade sparen - sondern am Standort!

25 Millionen Euro hat das Kasseler Stadtparlament dem Kämmerer Dr. Barthel als obersten Badbaumeister bewilligt für den Neubau eines Sport- und Freizeitbades. Dies soll nach Dr. Barthels Logik auf der Fläche des heutigen Auedammfreibades am allerbilligsten entstehen können. Nachdem die Planer des preisgekrönten Entwurfs jetzt die erste Ausführungsplanung entwickelt habe, ist man einschließlich notwendiger und nützlicher Einbauten schon bei Baukosten von ca. 31 Mill. Euro. Weil das den bewilligten Rahmen sprengt, hat Dr. Barthel jetzt den Stadtverordnetenfraktionen eine lange Vorschlagsliste unterbreitet, an welchen Bauteilen man noch 5 bis 6stellige Euro-Beträge zusammenstreichen könnte. Sie sollen entscheiden, worauf sie am Liebsten verzichten wollen: auf die Breite der Wasserrutsche, auf ein Beach-Volleyballfeld, auf eine Wasserrutsche, auf einen Wasserspielplatz, auf familienfreundliche größere Umkleidekabinen, auf Unterdeckenverkleidungen, auf sich erst in mehreren Jahren amortisierende Energiesparmaßnahmen, auf freundliche Fassadenelemente, auf ?

Wenn man dann wieder den 25 Millionen nahe kommt, wird das ein sehr abgespecktes und wenig einladendes Zentralbad werden.

Zum ersten Mal hat Dr. Barthel jetzt auch annähernd nachvollziehbare Gründungskosten für das Bauwerk genannt: ca. 1.150.000 ?. Zuvor hatte er während der Vorstellung der Planzahlen und der Ausschreibung mehr als ein Jahr lang die Kosten der Sicherung des Bauwerks gegen Einsinken im Lehm der Fuldaaue und Auftrieb bei Hochwasser mit 250.000 Euro beziffert. Die Kritik der Kasseler Linken, daß diese Zahl zur politischen Durchsetzung des Projekts offensichtlich viel zu niedrig angesetzt wurde, wurde als laienhafte Krittelei bewertet. Ob es im Endeffekt bei den nunmehr kalkulierten Kosten bleibt, wird man sehen. Hier wäre die 1. Million einfach zu sparen, wenn man den Neubau auf ein felsgegründetes Grundstück setzen würde, wie das an den meisten Alternativstandorten möglich wäre. Wie hoch die Mehrkosten sind, um den Baukörper hochwasserdicht zu bekommen, wird nicht ausgewiesen. Nicht einkalkuliert sind die Schadenbeseitigungs- und Reinigungskosten, die jedes Hochwasser am Bauwerk hinterlassen wird. Zitat Karl Napp: 
Hochwasser? Was ist das?? ?So was gibt´s doch nur noch in Polen!? - In keiner Weise bisher einkalkuliert sind die Folgekosten, die bei einer vernünftigen Busanbindung ca. 500.000 Euro pro Jahr betragen werden. Auf den Bestand des Schwimmbades für mindestens die nächsten 35 Jahre gerechnet sind dies die halben Kosten des ganzen Neubaus.
In keiner Weise bisher einkalkuliert sind die notwendigen Kosten des Straßenausbaus bzw. der Parkplatzbefestigungen des Auedamms, damit dort für bundesweite Sportwettkämpfe auch Reisebusse halten können. Hier warten die nächsten Millionenausgaben. Und nicht einkalkuliert sind die Verluste, weil die Berufstätigen aus der Innenstadt als fußläufige Kunden einfach wegbleiben werden.

"Wenn am Zentralbad gespart werden kann, dann nur durch ein Ende der Planungen für den Standort Auedamm." so Axel Selbert, sportpolitischer Sprecher der Kasseler Linke.ASG und Mitglied der Steuerungsgruppe Bäder.
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Post soll Briefe öffnen und scannen

Briefe von Arbeitslosen- und Kindergeldempfängern sollen künftig von Post-Mitarbeitern geöffnet werden. Das schreibt die „Bild“-Zeitung. BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker habe das Vorhaben der sog. eAkte bestätigt. In Scan-Zentren der Post werden die Briefe dann verarbeitet und an die Arbeitsagenturen weitergeleitet. Einen Pilotversuch soll es demnach ab September in Thüringen und Sachsen-Anhalt geben. Dies sei mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) abgestimmt. Von fehlendem Datenschutz will die Bundesagentur für Arbeit nach Angaben des Berichts nichts wissen. Die Post-Mitarbeiter seien zur Geheimhaltung verpflichtet. Empört reagierte dagegen das Erwerbslosenforum.
 „Es ist nicht auszuschließen, dass mit den Daten Schindluder getrieben wird,“ wird ein Sprecher zitiert.

Kommentar:
Hartz IV macht frei Die BA verspricht sich laut Pressemeldung eine „zielgerichtete und schnellere Bereitstellung“ der Unterlagen für die Bearbeitung und „zügige Beantwortung“ der Anfragen von Erwerbslosen. Den LokalfilmerInnen ist ein Fall aus Kassel bekannt, der dieser „schnellen“ Bearbeitung völlig widerspricht. In dem uns vorliegenden Fall hatte ein Mann aus Kassel Anfang August 2009 einen Folgeantrag für Leistungen aus SGB II gestellt. Auf eine Anfrage des Erwerbslosen per Email bekam dieser, ebenfalls auf elektronischem Wege, als Antwort, dass ein
Weiterbewilligungsantrag nicht vorliege. Daraufhin teilte der Erwerbslose - wieder elektronisch - mit, dass er für die Abgabe aber Zeugen habe und sie den Antrag finden und zügig bearbeiten mögen. Kurz darauf antwortete die ARGE, dass sie den Antrag doch habe, aber eine Kleinigkeit noch fehlen würde. Im Ergebnis bekam der Antragsteller endlich sein Geld und zwar Ende Oktober 2009- für einen einzigen Monat, nämlich August 2009! Schnell geht anders! Für die Monate September 2009 bis Januar 2010 liegt bis heute kein Bescheid vor. Da der Erwerbslose aber keinen Widerspruch einlegen kann gegen einen Bescheid, welcher nicht vorliegt, hat dieser inzwischen eine Untätigkeitsklage erhoben. Zuvor hatte er anwaltlich versucht, die ARGE dazu zu bewegen, einen Bescheid zu erlassen, aber erfolglos. Zielgerichtet geht anders! Oder ist hier das Ziel etwa die Abwehr von Ansprüchen? Fazit: Die Kommunikation zwischen dem „Kunden“ und der „Agentur“ für Arbeit lief hier bereits auf elektronischem Wege ab. Trotzdem dauert die Bearbeitungszeit bisher fast ein Jahr! Zügig geht anders!
Steven Lavan und Karsten F.G. Müller
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Schäuble nennt Kürzungen bei Sozialausgaben «gerechtfertigt»

Berlin (ddp). Im Streit um das Sparpaket der Bundesregierung hat Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) die Kürzungen im Sozialbereicht verteidigt. Der «Bild»-Zeitung (heute am 11. Juni 2010) sagte Schäuble: «Jede einzelne Kürzung ist gerechtfertigt.» Forderungen aus den eigenen Reihen nach Steuererhöhungen erteilte Schäuble eine klare Absage und ließ gleichzeitig offen, ob es bis 2013 Steuersenkungen geben wird. Von einer Anhebung des Spitzensteuersatzes «halte ich rein gar nichts. Kluge Ratschläge dazu habe ich in ausreichendem Maße bekommen. Wir müssen unser Paket jetzt den Bürgern erklären. Das zählt und das geht auch", sagte Schäuble.

Armutsforscher befürchtet Neuberechnung der «Hartz IV»-Regelsätze


Erfurt (ddp). Armutsforscher Butterwegge glaubt aufgrund des Sparzwangs der Regierung an eine politisch motivierte Neuberechnung der «Hartz IV»-Regelsätze. «Es ist zu befürchten, dass der Betrag erneut politisch festgelegt und nicht nach Bedarf errechnet wird», sagte der Soziologe der «Thüringer Allgemeinen» (heute am 11. Juni 2010). Die Regierung werde einen Betrag bestimmen und sich hinterher die passenden Statistiken suchen, um diesen Betrag zu rechtfertigen, sagte Butterwegge.

Unser Kommentar: So, so Herr Schäuble - die Kürzungen bei den Sozialausgaben sind also gerechtfertigt. Darin steckt das Wörtchen "gerecht". Es ist also gerecht, dass zwei von drei Euro, welche zur der Bewältigung der von Bankstern, Zockern, Spekulanten und ihren willigen Medien- und Politikhuren verursachten Weltwirtschaftskrise von den Armen, den Familien unterer Einkommensklassen und den Arbeitslosen aufgebracht werden sollen – zum Nutzen genau der Banken, Hedgefonds und Konzerne, welche Auslöser der Krise sind?! Das ist aber auch so was von gerecht – warum haben die Armen auch so viele Spekulationsgeschäfte getätigt?! Warum haben die Familien auch so lange in spätrömischer Dekadenz von ihren Aktiendepots in Steueroasen gelebt?! Und warum haben die Arbeitslosen in ihren Zeitungen, TV- und Rundfunksendern auch zwanzig Jahre lang die grenzenlose Freiheit deregulierter Märkte gepredigt?! Warum hat sich dieser Personenkreis auch so hemmungslos willige Vollstrecker windiger Wirtschaftspolitik in den Parlamenten und Voodoowirtschaftsexperten eingekauft, welche den marktradikalen Schwachsinn der letzten Dekaden dann unters ahnungslose Investorenvolk, an gutgläubige Banker und gutmutige Superreiche brachten – mit den bekannten Folgen?! Da ist es aber auch wirklich gerecht, dass dieser unverschämt schmarotzende Personenkreis jetzt bluten muss. Den armen betrogenen Banken, den Hotelbesitzern, den gutmütigen Superreichen, den Spitzenverdienern, Erben großer Vermögen und Zockern hingegen muss wieder reichlich gegeben werden – aber auf keinen Fall etwas genommen – denn wo sollten denn sonst die Parteispenden herkommen? Und wer sollte denn sonst die Fleischtöpfe füllen, um die sich doch die abgehalfterten Marktschreier des Kapitals nach dem Ende ihrer „politischen Karriere“ so gerne versammeln, um sichs dort – behaglich unter ihresgleichen grunzend – wohl sein zu lassen? Welche Familie kann einem Westerwelle schon einen warmen Platz im Aufsichtsrat verschaffen? Welcher Arme zahlt einem Schröder schon zehntausende Euro für eine hingelallte Rede nach zehn Bierchen? Welcher Arbeitslose gibt dem „Spiegel“- oder „Fuckus“-Redakteur ein warmes Plätzchen samt Dienstwagen & -Villa? Welcher HARTZIV-Empfänger kann Koryphäen wie Thilo Sarazin und Werner Sinn alimentieren? Nein – Herr Schäuble und Konsorten haben schon recht: Es ist gerecht, die Mehrheit der Bevölkerung bluten zu lassen (metaphorisch in finanziellem Sinne, wortwörtlich in Afghanistan et. Cie.) für die Interessen von Konzernen und großem Geld! Es ist gerecht – solange diese Mehrheit die Schmarotzer und ihre Lautsprecher weiter gewähren lässt – bei Wahlen, durch Wahlverweigerung und stilles Erdulden im Großen, durch Sozialneid und Hetze gegen Arme und Arbeitslose am Stammtisch im Kleinen! Ein weiser Mann hat einmal gesagt: „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.“ Und eine weise Frau fügte hinzu: „Wer nicht wählt, wird trotzdem regiert.“ Und ich ergänze: „Wer sich nicht aktiv wehrt, darf über die eigene Ausbeutung und Übervorteilung nicht jammern!“ Deshalb: Wir haben es in der Hand! Raus auf die Straßen am 12.Juni, raus auf die Straßen an allen Tagen! Lassen wir doch die Montagsdemonstrationen wieder aufleben, machen wir doch Generalstreik, belagern wir doch die Parlamente und Redaktionen – bis die ganze Bande von Schmarotzern, Parasiten und ihre Medienhuren davongejagt ist! Und dann stellen wir sie vor Gericht. Das geht nicht? Das ist ein Aufruf zur Abschaffung von Demokratie und Rechtsstaat? Pustekuchen! Seht einmal auf das kleine Island – da ist genau das passiert und dort wird gerade den Bankstern und ihren Gehilfen aus der Politik der Prozess gemacht – und eine Demokratie und ein Rechtsstaat ist Island immer noch!
K.F.G.Müller
Redaktionsleiter

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Mann randaliert mit Beil in Arbeitsagentur

vom 28.05.2010
Mit einem Beil hat ein Hartz-IV-Empfänger in einem Büro der Arbeitsagentur (Arge) im saarländischen Dillingen randaliert und einen Mitarbeiter angegriffen. Der Mitarbeiter erlitt nach Angaben der Polizei einen Schock. Ein Kollege, der ihm zur Hilfe eilte, kam mit einer Schürfwunde davon. Der 24-jährige Randalierer demolierte Telefonapparate, Flachbildschirme, Computer und Schreibtische. Dem Angriff vorausgegangen war ein Telefongespräch, in dem der Täter zehn Minuten zuvor den Arge-Mitarbeiter beschimpft hatte. Bei dem Streit sei es um die Übernahme von Mietkosten des Erwerbslosen gegangen, sagte der Sprecher der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland. Der Arge-Mitarbeiter, der Hauptziel des Angreifers war, sei vorsorglich im Krankenhaus untersucht worden. Verletzungen seien aber nicht festgestellt worden. (Quelle: T-Online Nachrichten).
Weil sowas von sowas kommt!
Nun - wer Menschen jahrelang entrechtet, entwürdigt, öffentlich demütigt, sie mit schikanösen Kontrollbesuchen überzieht und dann auch noch mit Obdachlosigkeit bedroht - denn ganau das meint die verharmlosende Floskel "Streit um die Übernahme von Mietkosten" - der darf sich dann auch nicht gar zu sehr wundern, wenn der eine oder andere Zeitgenosse die Nerven verliert und handgreiflich wird! Bei allen Vorbehalten gegenüber individuellen gewaltsamen Aktionen, welche der Verfasser hier hegen mag, bleibt doch eine gewisse klammheimliche Genugtuung und der - zugegebenermassen etwas irrationale - Wunsch, solch eine "proletarische Handreichung" möge noch den ein oder anderen Sachbearbeiter, welcher sich durch besonders schikanöse Praktiken auszeichnet, ereilen. Potentielle Kandidaten gibt es auch im Arbeitsagenturbezirk Kassel genug! Übrigens: Warum lesen wir hier wieder nur die Stellungnahme der ARGE? Wäre es nicht vielleicht - nur mal so an die Kollegen "Qualitätsjournalisten" gefragt - auch mal interessant, den Standpunkt des Arbeitslosen (der ja vielleicht nicht mal einer ist, sondern ein "Aufstocker" womöglich - also Opfer von Ausbeutung, Dumpinglohn oder Arbeitszwang in Ausbeuterbetrieben) zu beschreiben? Mich jedenfalls hätte der Hintergrund der "Tat" mehr interessiert, als das übliche Geschwätz der ARGEN von wegen "Streit um Mietkosten", wo doch mutwillig herbeigeführte Verarmung, Ghettoisierung und letztlich Obdachlosigkeit gemeint ist. Gegen diesen orwellschen "Neusprech" richtet sich dann doch am Ende die hilflose Gewalt des Einzelnen ! K.F.G. Müller

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Oberbürgermeisterwahl in Kassel:
Kai Boeddinghaus als Kandidat der Kasseler Linken nominiert.

Das Kommunalwahlbündnis 'Kasseler Linke für Arbeit und soziale Gerechtigkeit' hat ihren Stadtverordneten Kai Boeddinghaus als Kandidaten zur Kasseler Oberbürgermeisterwahl 2011 nominiert.

Die Kasseler Kreismitgliederversammlung der Partei DIE LINKE hat am 18. Mai ihre Unterstüzung für die OB-Kandidatur von Kai Boeddinghaus einstimmig beschlossen.

In dem Beschluß heißt es: Die Mitgliederversammlung 'sieht in dieser Kandidatur eine hervorragende Möglichkeit, den amtierenden OB Hilgen mit seinen nicht eingelösten Wahlversprechen zu konfrontieren und einen Kommunalwahlkampf für eine konkrete Politik sozialer Gerechtigkeit in Kassel zu führen.'

Kai Boeddinghaus sieht seine Kandidatur als "Einmischungskandidatur'.

Er wird auch im OB-Wahlkampf Themen wie die Einführung eines Sozialtickets, die flächendeckende und kostensparende Sanierung der Bäder, die allen Stadtteilen zu Gute kommt und die überfällige Trennung des Sozialdezernats von der Kämmerei zur Sprache zu bringen. Mit der Kandidatur von Kai Boeddinghaus wird die Kasseler Linke die gebrochenen Wahlversprechen Bertram Hilgens, wie die Einführung eines Bürgerhaushalts und die Stärkung der Ortsbeiräten ebenso zur Sprache bringen wie seinen Versuch noch mehr Anteile der Städtischen Werken zu verkaufen.

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Neu ist die Möglichkeit, HOTSPOT bei YOUTUBE als Kanal zu abonnieren. Dazu folgen Sie bitte diesem Link: http://www.youtube.com/HOTSPOTLokalfilmer. Durch das Abonnement werden Sie stets und schnell über neu eingestellte (Sonder-) Beiträge informiert. Die Themen der aktuellen Sendung: Die LokalfilmerInnen berichten über die Kettenreaktion - Demo in Kassel, blicken zurück auf den Tag der Erde in Bad Wilhelmshöhe (FDP ist unpolitisch?!!) und waren bei der Kundgebung zum 1. Mai mit der Kamera unterwegs. Eine informative, unterhaltsame und amüsante dritte Sendung wünscht das Team von HOTSPOT
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